Dennis Buchner: Zum 130. Geburtstag von Kurt Schumacher

Heute, am 13. Oktober 2025, feiern wir den 130. Geburtstag von Kurt Schumacher – einem der prägenden Köpfe der deutschen Sozialdemokratie. Sein Leben steht wie kaum ein anderes für Mut, Prinzipientreue und den unerschütterlichen Glauben an Demokratie und soziale Gerechtigkeit.

Schumacher überstand Verfolgung und Haft im NS-Regime und baute nach dem Krieg die SPD als Partei der Freiheit und Verantwortung wieder auf. Er war ein Kämpfer für eine starke, demokratische Bundesrepublik – und ein Vorbild bis heute.

Für uns Berliner Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hat sein Erbe einen besonderen Ort: das Kurt-Schumacher-Haus in Berlin-Wedding, die Landeszentrale der SPD Berlin. Es erinnert jedes Mal daran, dass politische Arbeit auf Haltung, Erinnerung und Engagement gründet.

Als ehemaliger Landesgeschäftsführer und heutiger  Vizepräsident und Abgeordneter des Berliner Abgeordnetenhauses empfinde ich große Dankbarkeit, dass wir in seiner Tradition wirken dürfen. Kurt Schumacher mahnt uns, Demokratie immer wieder zu verteidigen – entschlossen, solidarisch und mit Herz.

 
Dennis Buchner: Auf den Spuren von Willy Brandt – Kiezspaziergang durch Mitte

Am gestrigen Nachmittag habe ich den Kiezspaziergang „Auf den Spuren von Willy Brandt“ durch Berlin-Mitte geführt. Gemeinsam mit zahlreichen interessierten Berlinerinnen und Berlinern machten wir uns bei leichten Nieselregen auf den Weg, um die Stationen im Leben und Wirken Willy Brandts in unserer Stadt nachzuzeichnen.

Der Rundgang begann am Abgeordnetenhaus von Berlin – einem Ort, an dem Brandts Engagement für Demokratie und Freiheit immer wieder spürbar wird – und führte uns vorbei an geschichtsträchtigen Plätzen wie der Berliner Mauerreste am Museum für Topographie, dem Checkpoint Charlie bis zum Willy-Brandt-Forum in der Behrenstraße 15, wo der Spaziergang seinen Abschluss fand.

Für mich war dieser Nachmittag eine besondere Erfahrung: Wie Willy Brandt bin auch ich in Lübeck geboren, und sein Lebensweg ist bis heute eine Quelle der Inspiration. Brandt stand für Mut zur Veränderung, für eine Politik des Dialogs und der Versöhnung, und für den Willen, mehr Demokratie zu wagen – Werte, die auch in unserer heutigen Zeit nichts an Bedeutung verloren haben.

Ich freue mich, dass so viele Menschen mit uns unterwegs waren, um gemeinsam an einen Politiker zu erinnern, der Berlin, Deutschland und Europa mit seiner Haltung und Menschlichkeit geprägt hat.

   

 

 

 
Dennis Buchner: Gemeinsame Stärke durch Solidarität – Zum 76. Jahrestag der Gründung des DGB

Am heutigen Tag gedenken wir mit Respekt und Dankbarkeit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Seit seinen Anfängen hat der DGB eine unverzichtbare Rolle übernommen – als Stimme der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, als Motor sozialer Fortschritte und als tragende Säule unserer demokratischen Gesellschaft.

Die Gewerkschaften haben vieles möglich gemacht, was heute selbstverständlich scheint – geregelte Arbeitszeiten, Mitbestimmung, tarifliche Entgeltstandards, Absicherung in Notlagen und vieles mehr. Gerade in Zeiten rasanter wirtschaftlicher Veränderungen, Digitalisierung und globalem Wettbewerb ist ihr Engagement aktueller denn je.

In Berlin steht die SPD gemeinsam mit Gewerkschaften an der Seite der Beschäftigten: Wir setzen uns für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne, Weiterbildungsmöglichkeiten und soziale Sicherheit ein. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften leisten dabei eine wichtige Brückenfunktion zwischen Politik, Wirtschaft und Beschäftigten.

Solidarität heißt, füreinander einzustehen – und gemeinsam für bessere Arbeits- und Lebensverhältnisse zu kämpfen.

Herzlichen Glückwunsch zum Jahrestag – und Danke an alle, die den Gewerkschaftsgedanken lebendig halten.

 
Dennis Buchner: In Gedenken an die Opfer des Überfalls am 7. Oktober 2023

Zwei Jahre sind vergangen, seit am 7. Oktober 2023 die Terrororganisation Hamas mit einem brutalen Überfall auf Israel die Welt erschütterte. Der Angriff traf vor allem Zivilistinnen und Zivilisten: Menschen, die an diesem Herbstmorgen nichts anderes taten, als zu feiern, zu schlafen, zu leben. Über 1.200 Menschen wurden nach israelischen Angaben getötet, Tausende verletzt, mehr als 250 verschleppt und als Geiseln in den Gazastreifen gebracht.

Dieser Tag war ein tiefer Einschnitt – nicht nur in der Geschichte Israels, sondern auch in der Geschichte unserer Menschlichkeit. Er steht für den schlimmsten Ausbruch von Gewalt gegen Jüdinnen und Juden seit der Schoa. Und er markiert einen moralischen Tiefpunkt für alle, die an die Kraft des Völkerrechts und die Möglichkeit eines gerechten Friedens im Nahen Osten glauben.

Seit jenem Tag wurden viele Geiseln freigelassen oder konnten durch internationale Vermittlung befreit werden. Doch auch zwei Jahre später befinden sich noch immer Dutzende Menschen in der Gewalt der Hamas – nach aktuellen Informationen rund 48. Niemand weiß mit Gewissheit, wie viele von ihnen noch am Leben sind. Ihre Familien leben in ständiger Angst und Ungewissheit. Sie dürfen nicht vergessen werden. Ihre Freilassung muss weiter Priorität haben – politisch, moralisch und diplomatisch.

Oft heißt es, dieser Konflikt sei weit entfernt von uns. Doch das stimmt nicht. Was im Nahen Osten geschieht, betrifft uns als Demokratinnen und Demokraten, als Gesellschaft, die auf Menschenrechten und Menschlichkeit gründet.

Wir stehen an der Seite derer, die unverschuldet leiden – auf beiden Seiten. Israel hat das Recht, sich zu verteidigen. Aber zugleich dürfen wir nicht wegsehen, wenn Zivilistinnen und Zivilisten in Gaza in Not geraten. Humanitäre Hilfe, medizinische Versorgung und der Wiederaufbau müssen integraler Bestandteil jeder Friedensperspektive sein. Nur so kann ein dauerhafter Frieden entstehen, der Sicherheit und Würde für alle Menschen in der Region garantiert.

Mit Sorge sehe ich, dass in Deutschland antisemitische Tendenzen und Hassrede zunehmen – gerade im Zusammenhang mit dem Krieg in Gaza. Wer Terror verharmlost oder antisemitische Narrative verbreitet, verlässt den Boden unserer demokratischen Werte. Wir müssen diesen Entwicklungen entschieden entgegentreten: auf der Straße, in den Schulen, in den sozialen Medien, überall dort, wo Hass wächst.

Der 7. Oktober 2023 mahnt uns, wachsam zu bleiben. Wir gedenken der Opfer und stehen an der Seite der Familien, die noch immer auf ihre Angehörigen warten. Jede Freilassung, jedes Lebenszeichen ist ein kleiner Schritt hin zu Menschlichkeit – und doch bleibt das Ziel unverrückbar: Kein Mensch darf in Geiselhaft bleiben.

Nicht wegschauen. Nicht resignieren. Sondern handeln – solidarisch, menschlich, klar. Das bleibt unsere Verantwortung.

 
Dennis Buchner: Erinnerung an die Gründung der SDP in Schwante – Mut zur Demokratie im Herbst 1989

Am 7. Oktober 1989, in einem kleinen märkischen Dorf namens Schwante nördlich von Berlin, trafen sich mutige Frauen und Männer, um Geschichte zu schreiben. Während die DDR-Führung noch an ihrem 40. Staatsjubiläum festhielt, gründeten engagierte Bürgerinnen und Bürger im evangelischen Gemeindehaus die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) – die Keimzelle der heutigen SPD Ostdeutschlands.

Was damals geschah, war mehr als ein organisatorischer Akt. Es war ein Aufbruch. In einer Zeit, in der freie Meinungsäußerung und politische Selbstbestimmung noch unterdrückt wurden, bekannten sich die Gründungsmitglieder der SDP zu Freiheit, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit. Sie forderten eine umfassende Demokratisierung von Staat und Gesellschaft und verbanden das sozialdemokratische Ideal mit ökologischer Verantwortung – ein Anspruch, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat.

Zu den Initiatoren gehörten die evangelischen Theologen Martin Gutzeit und Markus Meckel, deren Aufruf im Sommer 1989 den Weg bereitete. Zum ersten Geschäftsführer wurde Ibrahim Böhme gewählt. Mit großem persönlichen Risiko legten sie den Grundstein für die Rückkehr der Sozialdemokratie in Ostdeutschland – und damit für den demokratischen Neubeginn nach der Friedlichen Revolution.

Dennis Buchner, Vizepräsident des Abgeordnetenhauses von Berlin (SPD):
„Die Gründung der SDP in Schwante war ein Akt des Mutes und der Hoffnung. Diese Menschen glaubten an die Kraft der Demokratie – in einer Zeit, in der das alles andere als selbstverständlich war. Ihr Engagement mahnt uns bis heute, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität zu verteidigen und immer wieder neu mit Leben zu füllen.“

Heute, 36 Jahre später, erinnern wir uns an diesen Moment als Teil unserer gemeinsamen demokratischen Geschichte. Die SDP-Gründung war ein Signal an alle, die sich nach einem anderen, besseren Deutschland sehnten – frei, gerecht und solidarisch.

 

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