Dennis Buchner: Interview mit dem RBB zur Berlin Freedom Week

 

In Berlin hat am Wochenende die 1. World Freedom Week begonnen. Zur Eröffnung trafen sich im Berliner Abgeordneten rund 200 Dissidenten aus etwa 60 autokratisch regierten Staaten. Zwei Tage wurde über Freiheit und Menschenrechte und Demokratie diskutiert.

Dem RBB habe ich in der Abendschau ein Interview gegeben, das Ihr euch hier gerne anschauen könnt. Ab 02:41 beginnt das Interview:

 

https://www.ardmediathek.de/video/rbb24-abendschau/berlin-feiert-die-freiheit/rbb/Y3JpZDovL3JiYl9kZDlmODUxOC1kM2QzLTQzZDEtYTM3NS0zYzFkNzliMGVmYzBfcHVibGljYXRpb24

 
Dennis Buchner: Zum 10. Todestag von Helmut Schmidt

„Mut zur Vernunft ist die wichtigste Tugend in der Politik.“

Dieses Zitat fasst Schmidts Haltung perfekt zusammen: sachlich, standhaft und dem Gemeinwohl verpflichtet.

Heute, am zehnten Jahrestag des Todes von Helmut Schmidt († 10. November 2015), gedenken wir eines Mannes, der wie kaum ein anderer Politiker der Bundesrepublik Deutschland für verantwortlich-bewusste Politik, klare Haltung und gesellschaftliches Engagement stand. Im Namen der Berliner SPD-Fraktion sowie persönlich als Abgeordneter bedanke ich mich für sein Lebenswerk und seine bleibenden Impulse.

Helmut Schmidt wurde 1918 in Hamburg geboren und erlebte die gewaltigen Umbrüche des 20. Jahrhunderts nicht nur als Zuschauer. Nach dem Krieg trat er 1946 der SPD bei und übernahm früh Verantwortung – ob als Senator in Hamburg, Bundestagsabgeordneter oder Minister. Von 1974 bis 1982 war er Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

In einer Zeit großer Krisen – Ölpreisschock, Wirtschaftskrise, Terrorismus – zeigte er sich als entschlossener Krisenmanager und Realpolitiker, der keine einfachen Antworten verkaufte, sondern die schwierige Balance zwischen Freiheit, Sicherheit und Verantwortung suchte.

Sein Wirken für Deutschland und Europa

Helmut Schmidt prägte die Politik der Bundesrepublik in einer entscheidenden Phase: Er setzte sich für eine starke Sozial- und Wirtschaftspolitik ein, war Verfechter der transatlantischen Partnerschaft und trat für ein gemeinsames Europa ein – mit Weitblick und Geduld. Seine Haltung war geprägt von pragmatischem Realismus und zugleich moralischem Anspruch – „Demokratie braucht Debatte und Kompromiss“, so eine seiner häufig zitierten Überzeugungen.

Darüber hinaus engagierte er sich nach seiner aktiven politischen Laufbahn als Publizist, Herausgeber sowie Vordenker – etwa als Mitherausgeber der „Zeit“ – und trug so weiter zur öffentlichen Meinungsbildung und zur intellektuellen Kultur der Republik bei.

Sein Erbe für uns heute

Gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte, internationale Zusammenarbeit und sachorientierte Politik erneut herausgefordert sind, bietet das Lebenswerk von Helmut Schmidt Orientierung. Er steht für Verantwortung statt Beliebigkeit, für Weitblick statt Kurzsichtigkeit und für eine Politik, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet sieht.

Als Sozialdemokrat fühle ich mich verpflichtet, sein Erbe weiterzudenken – im Blick auf Berlin, Deutschland und Europa. Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass Demokratie nicht nur formal besteht, sondern aktiv gelebt wird – mit Vernunft, Mut und menschlicher Wärme.

In diesem Sinne ist es uns eine Ehre, heute an Helmut Schmidt zu erinnern – mit Dankbarkeit für das, was war, und mit der Entschlossenheit, im Geiste seiner Politik die Zukunft zu gestalten.

 
Dennis Buchner: Der 9. November, ein Schicksalstag für Deutschland

Kaum ein anderes Datum bündelt so viele Wendepunkte der deutschen Geschichte wie der 9. November. An diesem Tag liegen Licht und Schatten, Hoffnung und Schrecken eng beieinander – und gerade deshalb mahnt er uns, Demokratie und Freiheit immer wieder neu zu verteidigen.

Am 9. November 1918 rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann vom Balkon des Reichstags die erste deutsche Republik aus. Es war ein mutiger Schritt in eine demokratische Zukunft – getragen von der Idee, dass Macht vom Volk ausgehen soll. Die Sozialdemokratie hat damit den Grundstein für die parlamentarische Demokratie in Deutschland gelegt.

Nur 20 Jahre später, am 9. November 1938, wurde dieses demokratische Erbe in barbarischer Weise verraten: Mit der antisemitischen Gewalt der Reichspogromnacht begann die offene Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Auch hier trägt der 9. November die Mahnung in sich, dass Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaat nie selbstverständlich sind.

Und wieder viele Jahrzehnte später, am 9. November 1989, öffnete sich in Berlin die Mauer – ein Symbol der Teilung fiel, Menschen umarmten sich, die Stadt wuchs wieder zusammen. Auch in diesem Moment standen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten auf beiden Seiten für die Werte der Freiheit, des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit, die Deutschland bis heute prägen.

Der 9. November ist damit ein Tag der Erinnerung und Verantwortung. Er erinnert uns an die Kraft demokratischen Engagements, aber auch an die Folgen von Hass und Ausgrenzung. Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten tragen wir diese Geschichte bewusst in die Zukunft – für eine offene, solidarische und gerechte Gesellschaft.

 
Dennis Buchner: Zum Geburtstag von Margot Friedländer – In ehrendem Gedenken

Am 5. November hätte Margot Friedländer ihren 104. Geburtstag gefeiert.

Sie wurde 1921 in Berlin geboren – in jener Stadt, die sie liebte, in der sie unsägliches Leid erfuhr und der sie dennoch mit beeindruckender Zuversicht verbunden blieb. Margot Friedländer starb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren. Ihr Tod hat in Berlin, in Deutschland und weit darüber hinaus eine tiefe Lücke hinterlassen.

Ich durfte Margot Friedländer persönlich kennenlernen. Begegnungen mit ihr waren stets Momente der Demut und der Inspiration. Sie sprach mit einer Sanftheit, die zugleich eindringlicher war als jedes laute Wort. Ihre Lebensgeschichte, ihr Mut und ihre unerschütterliche Menschlichkeit werden mir unvergessen bleiben.

Margot Friedländer überlebte den Holocaust, während fast ihre gesamte Familie ermordet wurde. Nach dem Krieg baute sie sich in den USA ein neues Leben auf – und kehrte im hohen Alter in ihre Geburtsstadt zurück. Von hier aus begann sie, unermüdlich ihre Geschichte zu erzählen. Sie besuchte Schulen, sprach mit jungen Menschen, mahnte zum Erinnern und warnte vor dem Vergessen.

„Versuche, dein Leben zu machen“ – dieser Satz ihrer Mutter begleitete sie ein Leben lang. Und sie machte daraus weit mehr: ein Leben für die Menschlichkeit.

Für ihr Engagement wurde Margot Friedländer vielfach geehrt, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und der Ehrenbürgerwürde Berlins. Doch keine Auszeichnung kann das ausdrücken, was sie für so viele Menschen bedeutet hat: Hoffnung, Stärke und Glaube an das Gute im Menschen.

Margot Friedländer ruht auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee. Ihr Vermächtnis bleibt lebendig – in den Herzen all jener, die ihr begegnen durften, und in der Verantwortung, die wir alle tragen: für Erinnerung, Mitgefühl und ein friedliches Miteinander.

 
Dennis Buchner: #Respektgewinnt - Macht mit beim Wettbewerb!

Als Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses möchte ich Euch herzlich auf den diesjährigen Wettbewerb #Respektgewinnt aufmerksam machen. Der Wettbewerb würdigt Initiativen und Menschen, die sich für Demokratie, Zusammenhalt und Respekt in unserer Stadt engagieren.

Darum geht es:

  • Gesucht werden Projekte, Aktionen oder Ideen, die Respekt, Vielfalt und demokratisches Miteinander fördern.

  • Teilnehmen kann jede*r aus Berlin – ob Einzelperson, Gruppe oder Initiative.

  • Beiträge können kreativ eingereicht werden: Text, Video, Foto oder Animation.

  • Einsendeschluss ist der 1. März 2026.

  • Es gibt einen Preisfonds von über 5.000 €, Sachpreise und vor allem Aufmerksamkeit für Ihr Engagement.

Ich lade alle Berlinerinnen und Berliner ein, sich zu beteiligen: Zeigen Sie, wie vielfältig und lebendig unser Engagement für Demokratie in Berlin ist!

Weitere Informationen findet Ihr auf folgender Webseite: https://www.berlinerratschlagfuerdemokratie.de/wettbewerb/

 

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