Dennis Buchner: Herzlichen Glückwunsch Margot Friedländer

Heute feiert Margot Friedländer ihren 103. Geburtstag!

Diese bemerkenswerte Frau ist nicht nur eine Überlebende des Holocausts, sondern auch eine unermüdliche Erzählerin ihrer eigenen Geschichte und eine Mahnerin gegen das Vergessen. Durch ihre beeindruckenden Lebensjahre und ihr Engagement ist sie eine der bekanntesten deutschen Zeitzeuginnen geworden und trägt durch ihre Erlebnisse und ihre Botschaft zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bei.

Frühe Jahre und der Schrecken des Nationalsozialismus

Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren und wuchs in einer jüdischen Familie auf, die ein normales Leben in der Weimarer Republik führte – bis der Nationalsozialismus das Land überzog und ihr Leben für immer veränderte. In den 1930er-Jahren begann die systematische Verfolgung jüdischer Menschen, und auch Margots Familie war den zunehmenden Repressionen und Diskriminierungen ausgesetzt. In dieser Zeit, als sich ihre Jugend dem Ende neigte, verlor sie nach und nach ihre Rechte, ihre Freiheit und schließlich ihre Familie.

Im Jahr 1943 musste Margot Friedländer untertauchen, als ihre Mutter und ihr Bruder verhaftet und deportiert wurden. Im Angesicht der drohenden Deportation ihrer Familie beschloss ihre Mutter, Margot zu verstecken und hinterließ ihr nur einen kurzen, herzzerreißenden Abschiedsbrief. Sie schrieb darin: „Versuche, dein Leben zu machen.“ Dieser Satz begleitete Margot ihr Leben lang, und sie verstand ihn als Auftrag, trotz aller Widrigkeiten weiterzuleben.

Verhaftung und Deportation ins KZ Theresienstadt

Margot Friedländer schaffte es fast ein Jahr, sich vor den Nazis zu verstecken, bis sie schließlich 1944 bei einer Ausweiskontrolle verhaftet und in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Die Bedingungen im Lager waren schrecklich, geprägt von Hunger, Krankheit und der ständigen Angst vor dem Tod. Doch Margot überlebte. Als die Alliierten das Lager 1945 befreiten, war sie die einzige Überlebende ihrer Familie – eine Überlebende, die die grausamen Verluste und das unaussprechliche Leid des Holocausts überstanden hatte.

Ein neues Leben in den USA

Nach dem Krieg emigrierte Margot Friedländer 1946 in die USA, wo sie ein neues Leben aufzubauen versuchte. Sie ließ sich in New York nieder und lebte viele Jahre lang zurückgezogen. Die schmerzlichen Erinnerungen an den Holocaust und die traumatischen Erlebnisse blieben jedoch immer präsent, und sie vermied lange Zeit, über ihre Vergangenheit zu sprechen.

Doch im Alter von 89 Jahren, nach über sechs Jahrzehnten in den USA, entschloss sich Margot Friedländer zur Rückkehr nach Deutschland. Sie kehrte 2010 nach Berlin zurück – in die Stadt, die ihre Heimat war und ist, die Stadt, die Schauplatz ihrer Verluste und ihrer unvorstellbaren Erlebnisse war.

Zeitzeugin und Mahnerin – Eine Lebensaufgabe für die Zukunft

Seit ihrer Rückkehr nach Berlin hat sich Margot Friedländer dem Ziel verschrieben, ihre Geschichte zu erzählen, um nachkommenden Generationen die Schrecken des Holocausts und die Gefahren des Hasses und der Intoleranz aufzuzeigen. Sie besucht Schulen, gibt Lesungen und hält Vorträge, bei denen sie über die Gräueltaten der Nationalsozialisten spricht und auf die Notwendigkeit hinweist, dass sich diese Geschichte niemals wiederholen darf.

„Ich tue das für die, die nicht zurückkehren konnten“, sagt Margot Friedländer oft. Ihre Erzählungen sind eindringliche und emotionale Plädoyers für Menschlichkeit, Toleranz und ein friedliches Miteinander. Sie zeigt den Menschen, wohin Ausgrenzung, Vorurteile und Hass führen können, und erinnert daran, dass es unsere Pflicht ist, diesen Gefahren entschieden entgegenzutreten.

Ehrenbürgerin Berlins und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen

Für ihr Engagement wurde Margot Friedländer mehrfach geehrt. Im Jahr 2018, seinerzeit noch 96 Jahre jung, wurde sie zur Ehrenbürgerin Berlins ernannt. Sie ist zudem Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, der European Civil Rights Prize of the Sinti and Roma und vieler weiterer Auszeichnungen, die ihr Engagement und ihre Lebensleistung würdigen. Ihre Ehrungen spiegeln die hohe Anerkennung wider, die sie nicht nur in Deutschland, sondern weltweit genießt.

Vermächtnis für kommende Generationen

Margot Friedländers Geschichte ist eine der Trauer und des Verlustes, aber auch des Überlebens, der Stärke und der Verantwortung. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lehren aus der Vergangenheit für die Zukunft lebendig zu halten und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Ihr Leben und ihr Engagement sind ein bedeutendes Vermächtnis für die kommenden Generationen, das daran erinnert, dass die Verantwortung, aus der Geschichte zu lernen, niemals endet.

Indem sie weiterhin ihre Geschichte erzählt, lehrt Margot Friedländer uns, wachsam zu sein, und betont die Bedeutung des Zusammenhalts in einer vielfältigen Gesellschaft. Sie zeigt uns, dass Erinnerung mehr ist als bloßes Wissen – es ist ein aktiver Einsatz für eine bessere Welt.

Mit diesem Artikel sollen Besucher meiner Webseite nicht nur Margot Friedländers Geschichte erfahren, sondern auch ihre Botschaft verstehen und die Bedeutung ihres Engagements für die heutige Gesellschaft begreifen. Dieser Beitrag soll Margot Friedländer als eine Frau ehren, deren Mut und Hingabe uns alle inspiriert.

 

 
Dennis Buchner: „Peter Edel“: Ein Rückblick zur gestrigen Veranstaltung „ 35 Jahre Mauerfall“

Die Veranstaltung „Wenn ein System zerbricht – 35 Jahre Mauerfall“ am 4. November 2024 brachte interessante Zeitzeugen – sowohl im Podium als auch im Publikum – aus Ost-Berlin zusammen, die aus ihrer persönlichen Perspektive über die Wendezeit berichteten. Am großen Besucherinteresse konnte man merken, dass die Veranstaltung auch thematisch gut gewählt war.

Der große Saal des Bildungs- und Kulturzentrums Peter Edel bot der Veranstaltung dazu noch einen eindrucksvollen Rahmen. Mit seiner historischen Bedeutung und dem charmanten Ambiente schuf er eine Atmosphäre, die perfekt zum Thema des Abends passte. Der Veranstaltungsort, der durch seine Geschichte tief mit der Stadt Berlin verwurzelt ist, verlieh dem Rückblick auf den Mauerfall und die bewegten Zeiten der Wende eine besondere Tiefe.

Ich konnte bei der Moderation viele Erinnerungen bei den Teilnehmern hervorholen und so reflektierten die Teilnehmer über das Zusammenwirken dieser vielfältigen Perspektiven und die Herausforderungen, die in den Umbruchsjahren auftraten.

Gert Schilling zum Beispiel, damals Bürgermeister in Berlin-Weißensee, spielte nach dem Mauerfall eine aktive Rolle in der neuen politischen Landschaft. Er setzte sich intensiv für die Umstrukturierung sozialer Einrichtungen ein und war 1997 Mitbegründer der Albert-Schweitzer-Stiftung. In seiner Amtszeit stand er vor der Herausforderung, den Übergang von einer kommunalen Verwaltung hin zu einer bürgerlichen Stiftung zu leiten. Diese Initiative zeigte, wie der politische Wandel der Wendezeit auch nachhaltige soziale Strukturen hervorbrachte und die Verantwortung für kommunale Einrichtungen in eine neue Rechtsform überführte.

Werner Krätschell, der als Pastor in Berlin tätig war, galt als Befürworter für demokratische Freiheiten in der DDR. Als kritische Stimme innerhalb der Kirche unterstützte er die Bürgerrechtsbewegungen, die in den 1980er Jahren an Stärke gewannen, und trug zur friedlichen Revolution bei, die zum Mauerfall führte. In der Wendezeit nutzten er und andere Geistliche ihre Positionen, um eine offene Diskussion und demokratische Reformen zu fördern.

Dr. Petra Erler, die als Staatssekretärin nach der Wende tätig war, brachte ihre Fachkenntnisse ein, um die neue politische Landschaft im vereinten Deutschland mitzugestalten. Sie unterstützte die Übergangsprozesse von der DDR- in die Bundespolitik und widmete sich den administrativen Aufgaben, die nötig waren, um die politische Integration nach der Wiedervereinigung voranzubringen.

Nach der Veranstaltung boten sich für die Gäste, aber auch die geladenen Zeitzeugen noch in angenehmer Atmosphäre des Ortes die Gelegenheit, die ein oder andere Erinnerung, Erfahrung und gar Lebenswege miteinander auszutauschen.

Wer nicht dabei sein konnte, der hat wirklich was verpasst! Ein herzlicher Dank an dieser Stelle noch an das Team des „Peter Edel“, das auch zu so tollen Abend beigetragen haben.

 
Dennis Buchner: Eindringliche Warnung vor Fake-Anrufen – Spoofing-Betrug

Die Anzahl der Fake-Anrufe, bei denen Kriminelle zum Teil hohe Geldsummen ergaunern, nimmt weiter zu. Besonders ältere Menschen sind im Visier der Täter. Dabei nutzen die Betrüger sogenannte Spoofing-Anrufe, bei denen sie gefälschte Telefonnummern verwenden, um sich als Behörden oder Verwandte auszugeben und ihre Opfer durch Panik zu finanziellen Überweisungen zu drängen. Der ein oder andere kennt vielleicht auch die SMS mit kurzen Text: “Hallo Papa, ich habe eine neue Nummer. Ruf’ mal zurück.”

Ich bin über die wachsende Bedrohung besorgt. Diese Kriminellen sind technisch versiert und psychologisch geschickt. Sie schaffen es, Vertrauen aufzubauen und ihre Opfer emotional zu überrumpeln. Leider sind gerade ältere Menschen besonders anfällig, da sie häufig nicht mit modernen Betrugsmaschen vertraut sind.

Die Betrüger nutzen eine perfide Taktik und schaffen durch gezielte Manipulation eine glaubwürdige Notlage. Anrufe von vermeintlichen Behörden, die mit dramatischen Szenarien wie Unfällen von Verwandten oder drohender Haft drohen, sind häufig. Die Opfer reagieren in Panik und folgen den Anweisungen, ohne den Betrug zu erkennen.

Es ist eine stärkere Aufklärung notwendig: Innerhalb Ihrer Familien müssen Sie miteinander sprechen. Sensibilisieren Sie Ihre Eltern und Großeltern, damit sie solche Betrugsversuche rechtzeitig erkennen.

Spoofing-Täter nutzen hoch entwickelte Technologien, um ihre Spuren zu verwischen. Die Strafverfolgung gestaltet sich deshalb schwierig. Da die Täter oft unerkannt bleiben, ist Prävention der beste Schutz. Aufklärung und Wachsamkeit sind entscheidend, um Betrügern das Handwerk zu legen.

Ich möchte daher an alle appelieren: „Nur durch ständige Wachsamkeit und den offenen Austausch in Familien können wir verhindern, dass diese Kriminellen weiterhin Erfolg haben. Spoofing wird immer ausgeklügelter, doch durch Aufklärung kann jeder Einzelne dazu beitragen, diese Masche zu durchschauen und sich zu schützen.

 
Dennis Buchner: Willy Brandt wird Bundeskanzler – 55jähriges Jubiläum: Ein Rückblick, seine Wahl, sein Vermächtnis
© Ralf Wedler (1987)

Am 21. Oktober 1969, vor 55 Jahren, wurde Willy Brandt zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Der SPD-Politiker trat mit dem Versprechen an, das Land innenpolitisch zu modernisieren und außenpolitisch neue Wege zu gehen. Besonders prägend war seine Ostpolitik, die auf Entspannung mit den osteuropäischen Staaten und der DDR abzielte. Sein Motto „Wandel durch Annäherung“ veränderte das zwischen Ost und West grundlegend und legte indirekt den Grundstein für die spätere deutsche Wiedervereinigung.

Zu den symbolträchtigsten Momenten seiner Kanzlerschaft gehört der Warschauer Kniefall 1970, als Brandt bei einem Staatsbesuch in Polen an das Leid erinnert, das Nazi-Deutschland über das Land gebracht hatte. Dieser historische Akt der Versöhnung brachte ihm weltweit Anerkennung und festigte seinen Ruf als Staatsmann von internationalem Rang.

Doch Brandts Amtszeit war nicht nur von Erfolgen geprägt. Im April 1974 wurde sein enger Mitarbeiter Günter Guillaume als Spion der DDR enttarnt. Dieser Spionageskandal erschütterte die Bundesrepublik und führte im Mai 1974 zu Brandts Rücktritt vom Amt des Kanzlers.

Trotz seines Rücktritts bleibt Willy Brandt als Kanzler der Entspannung und des Friedens in Erinnerung. Für seine Verdienste um die Völkerverständigung wurde er 1971 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 55 Jahre nach seiner Wahl zum Bundeskanzler ist sein politisches Erbe, insbesondere die Ostpolitik, ein bedeutender Teil der deutschen Geschichte.

 
Dennis Buchner: 32. Todestag von Willy Brandt - Willy Brandt zählt zu den bedeutendsten Politikern des 20. Jahrhunderts
© Ralf Wedler (1987)

Heute erinnern wir an den 32. Todestag von Willy Brandt. Auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf werde ich heute als Vizepräsident des Abgeordnetenhauses und in Vertretung für den regierenden Bürgermeister einen Kranz im Namen des Berliner Abgeordnetenhauses an seinem Grab niederlegen.

Willy Brandt zählt zu den bedeutendsten Politikern des 20. Jahrhunderts. Geboren in einfachen Verhältnissen in Lübeck, führte ihn sein Lebensweg über Oslo und Stockholm nach Berlin und Bonn, wo er international seine politischen Spuren hinterließ. Egal ob als Sozialdemokrat, Gegner des Nationalsozialismus, Bürgermeister von Berlin, Außenminister, Bundeskanzler, Friedensnobelpreisträger oder weltweiter Akteur: Brandt kämpfte unermüdlich für Freiheit, Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit.

Frühe Jahre in Lübeck und das Exil in Skandinavien
Willy Brandt wird 1913 in einer Arbeiterfamilie in Lübeck geboren. Bereits mit sechzehn Jahren tritt er der SPD bei. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 flieht er nach Norwegen, wo er im Exil Widerstand gegen das NS-Regime leistet, das ihm 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft entzieht. Während des Zweiten Weltkriegs lebt er in Schweden und setzt von dort aus seinen Kampf gegen die Hitler-Diktatur fort.

Politisches Wirken im geteilten Berlin
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1948 beginnt Brandts politische Karriere in der Berliner SPD. 1957 wird er zum Regierenden Bürgermeister der Stadt gewählt. Mit großem Engagement verteidigt er die Freiheit West-Berlins und navigiert die Stadt durch die schwierigen Zeiten nach dem Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961. Brandt kandidiert 1961 und 1965 für das Amt des Bundeskanzlers und wird 1964 Parteivorsitzender der SPD. Immer wieder wird er von politischen Gegnern aufgrund seiner Herkunft und seines Exils angegriffen.

Bundeskanzler in Bonn
1966 wird Willy Brandt Außenminister und Vizekanzler der Großen Koalition. Nach der Bundestagswahl 1969 kommt es zu einem Regierungswechsel, und die sozial-liberale Koalition unter Brandts Führung stellt den ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler der Bundesrepublik. Seine Regierung setzt innenpolitische Reformen um und verfolgt das Ziel, mehr Demokratie zu wagen. Brandt fördert die europäische Einigung und leitet eine neue Ostpolitik ein, die ihn 1971 mit dem Friedensnobelpreis auszeichnet. Ein Misstrauensvotum 1972 scheitert, und bei den Bundestagswahlen im selben Jahr gewinnt Brandt deutlich. 1974 tritt er aufgrund der Guillaume-Affäre von seinem Amt als Kanzler zurück.

Einflussreicher Staatsmann ohne Regierungsamt
Bis 1987 bleibt Brandt Vorsitzender der SPD und übernimmt 1976 zusätzlich die Präsidentschaft der Sozialistischen Internationale, von wo aus er sich global für Frieden, Demokratie und Menschenrechte einsetzt. 1980 präsentiert die von ihm geführte Nord-Süd-Kommission einen Bericht, der weitreichende Empfehlungen zur globalen Entwicklungspolitik enthält.

Engagierter Europäer und deutscher Patriot
In den 1980er Jahren wendet sich Willy Brandt entschieden gegen das atomare Wettrüsten, um den Frieden zu sichern. Der Fall der kommunistischen Regime 1989 eröffnet für ihn die Chance zur Vereinigung der Völker Europas. Mit großem Einsatz unterstützt er 1990 die deutsche Wiedervereinigung, die durch seine Politik erst möglich wurde. Willy Brandt stirbt am 8. Oktober 1992 in Unkel bei Bonn.

 

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