Auswirkungen der Qualitätsoffensive S-Bahn Plus für Pankow

Die S-Bahn Berlin hat vor einigen Tagen ihr bisher umfassendstes Qualitätsprogramm S-Bahn PLUS zur Verbesserung von Pünktlichkeit, Qualität und Service gestartet. Mehr als 30 Millionen Euro will die Deutsche Bahn dafür einsetzen. Mit dem Geld sollen unter anderem Bahnhöfe baulich aufgewertet, hunderte Anlagen der Sicherungs- und Leittechnik ausgetauscht sowie zusätzlich 100 Triebfahrzeugführer pro Jahr ausgebildet werden. In bereichsübergreifenden Projektteams haben 50 Mitarbeiter in den vergangenen Monaten die komplexen Betriebsabläufe unter die Lupe genommen und ein Programm erarbeitet, das aus rund 180 Bausteinen besteht.

Ich habe mich bei der S-Bahn erkundigt, welche Einzelmaßnahmen in Pankow für eine Steigerung der Aufenthaltsqualität und der Services umgesetzt werden. Hier geht's weiter:

 
Reinigung der BVG Tram- und Bushaltestellen

Die ca. 7500 Haltestellen von Straßenbahn, Omnibus und Fähren der BVG befinden sich fast ausnahmslos im öffentlichen Straßenland. Nach dem Berliner Straßenreinigungsgesetz ist auf den meisten Straßen die Berliner Stadtreinigung (BSR) reinigungspflichtig. Dazu gehört auch das Leeren der Abfallbehälter. Der Reinigungsturnus ist im Reinigungsverzeichnis für die Berliner Straßen festgelegt.

Die ca. 4500 Wartehallen an Haltestellen befinden sich zurzeit fast alle im Eigentum der Fa. Wall, die dort auch Werbung betreibt. Ihr obliegt die komplette Instandhaltung einschl. Reinigung. Der Reinigungsturnus liegt bei ca. 14 Tagen.

Die gesamte sonstige Haltestellen- „Möblierung“ (Haltestellenpfosten, Leuchtsäule, Anzeiger, Gitter an Haltestelleninseln) wird von der BVG gereinigt.

Das Gleisbett im besonderen Gleiskörper der Straßenbahn sowie an Haltestelleninseln wird durch beauftragte Firmen durch regelmäßiges manuelles Absammeln von Unrat sowie durch überwiegend in der Nacht eingesetzte Saugfahrzeuge gereinigt. Die Reinigungsintervalle liegen zwischen zwei und zwölf Wochen, je nach Erfordernis. In den Wintermonaten ist diese Reinigung nur eingeschränkt möglich.

 
Von objektiver und relativer Armut – was können wir tun?

Und wie können wir uns als SPD-Abteilung konkret einbringen? Um diese und ähnliche Fragen haben wir uns am 23. Juni im Rahmen der monatlichen Abteilungssitzung auseinandergesetzt. Ganz im Sinne von #spderneuern gestaltete sich die Sitzung um einiges interaktiver als sonst. Ob Gruppenarbeit, Poster Gestaltung oder „Silent Discussion“ – methodisch wurde einiges aufgefahren, um gemeinsam das Thema Armut und gesellschaftliche Teilhabe anzugehen. Besonders war außerdem der zeitliche Rahmen: Um auch Berufstätigen sowie Erziehenden öfter die Möglichkeit zu geben, aktiver mitzuarbeiten, fand dieses Treffen nicht – wie üblich – am Mittwochabend, sondern an einem Samstagmorgen um 10:30 in der Bötzowstraße statt.

Nach einer kurzen Begrüßung seitens der Abteilungsvorsitzenden, Camilla Bertheau, führte unser stellvertrende Vorsitzender Olli uns in die theoretische Diskussion um das Thema Armut ein. Wir lernen, dass Armut verschiedene Formen annehmen kann, die sich entlang objektiver sowie subjektiver Erfahrungen definieren.  Befindet sich eine Person beispielsweise in einer wirtschaftlichen Situation, in dieser sie nicht aus eigener Kraft einen angemessenen Lebensunterhalt bestreiten kann, wird in der Literatur von „objektiver Armut“ gesprochen. Für die „subjektive Armut“ zählt jedoch, wie die Person selbst ihre materielle Lage empfindet. Wichtig sei der relative Vergleich zu Mitmenschen in der unmittelbaren Umgebung und wie sich die objektive materielle Armut im Vergleich zu Anderen im Alltag äußert: An welchen Stellen kriege ich mit, dass ich weniger besitze als meine Mitmenschen? Kann mein Kind mit auf die Klassenfahrt fahren? Kann ich mir den nächsten Kinobesuch mit meinem Freundeskreis finanziell leisten? Wir lernen also, dass Armut eng mit gesellschaftlicher Teilhabe verknüpft ist und schlussfolgern, dass hier Politik anknüpfen sollte.

Um die ersten Erkenntnisse auf konkrete Bereiche auszuweiten, beschäftigen wir uns in Rahmen von Gruppendiskussionen mit zwei Schwerpunkten: Kinder- und Altersarmut. Die Rund 12 Teilnehmenden entscheiden sich für ihr jeweiliges Herzensthema und setzen sich – gewappnet mit Filzstift und Marker - an das kreative Brainstorming auf zwei Poster. In einem ersten Schritt diskutieren wir die jeweiligen Stellen im SPD-Wahlprogramm und dem Koalitionsvertrag und bereits hier ergeben sich erste Fragen: Kommt der im Koalitionsvertrag vereinbarte Kinderzuschlag für Alleinerziehende und kinderreiche Familien überhaupt an? Wie werden familienfördernde Instrumente mit anderen Sozialleistungen verrechnet? Besonders beliebt ist die Idee der Kindergrundsicherung, welche durch Bürokratieabbau und Vereinheitlichung von Instrumenten den Zugang zu staatlichen Geldern vereinfachen soll. Auch alleinerziehenden Genossinnen und Genossen sind Teil der Gruppe und teilen mutig ihre problematische Erfahrung mit der Beantragung von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen.

Am Ende der anregenden Diskussionen sind sowohl Ideen als auch viele Fragen auf den zwei Themenpostern festgehalten. Die Gruppe beschließt, eine AG zum Thema Kinderarmut zu bilden,mit dem Ziel, gemeinsam nach einer intensiveren Recherche einen Antrag für die nächste Kreisdelegiertenversammlung vorzubereiten. 

 
180 Vorschläge für mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit

Auf der heutigen Pressekonferenz der Bahn wurden 180 Einzelmaßnahmen der S-Bahn-Qualitätsoffensive vorgestellt. Ich begrüße, dass nun auch endlich in den Geschäftsbereichen der DB der Gedanke gereift ist, dass sich die vielfältigen Probleme nur gemeinsam und in enger Abstimmung lösen lassen. Denn für die auf Verschleiß gefahrene Infrastruktur ist nicht die S-Bahn GmbH verantwortlich, sondern die DB Netz AG. Ich begrüße ferner, dass die umstrittene Maßnahme zur Wiederherstellung der Pünktlichkeit auf dem Ring, die u.a. auch Zugdurchfahrten an S-Bahn-Stationen vorsah, vom Tisch ist. Nun wird sich zeigen, inwieweit die verbleibenden Maßnahmen tragen und zu einer Leistungssteigerung und Zuverlässigkeit und damit zur Zufriedenheit der S-Bahnkunden beitragen. Die Bahn will dafür mehr als 30 Mio. Euro investieren.

Einige Maßnahmen sind:

  • Austausch der störanfälligen Signalkabel
  • Zentrale Türöffnung von Montag bis Freitag in der Hauptverkehrszeit von 6 - 9 Uhr und 15 - 19 Uhr
  • zusätzliches Sicherheitspersonal auf den Bahnhöfen und weitere mobile Unterstützergruppen
  • besseres Beleutungskonzept der Bahnhöfe, sowie zusätzliche Reinigung und optische Gestaltung der Wandflächen
  • Ausbildung von ca. 100 Triebfahrzeugführern pro Jahr

 

Das Faktenblatt zur Qualitätsoffensive finden Sie hier.

 
Die Postkarten sind angekommen!
Die Vorderseite einer Postkarte, weißer Text mit rotem Hintergrund, mit Spruch "Du Hetero Sau!!!!!!"

Und sie kommen gut an! Unsere neuen Postkarten hatten am 7. Juli auf den Respekt Gaymes ihre Premiere. Seitdem freuen wir uns über zahlreiche Meldungen von Interessierten, Presse, Genoss*innen und Freund*innen. Das Feedback ist überwiegend positiv und macht Mut! 

 

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