Drei Stolpersteine in Wilhelmsruh erinnern an die Verbrechen der Nationalsozialsozialisten und an das schmerzhafte Leid, das Menschen einander zufügen können. Anna Reinicke, Ernst Rexin und Ilse Grünberger, alle aus Wilhelmsruh, wurden von den Nationalsozialisten inhaftiert, gefoltert und ermordet. Heute haben wir gemeinsam ihre Stolpersteine in der Schillerstraße, in der Hielscherstraße und im Heegermühler Weg gereinigt, um ihrer zu gedenken. Das Gedenken an sie mahnt uns daran, dass Hass, Vorurteile und Antisemitismus zu schrecklichen Taten führen können.
Die Tage werden kürzer und der Herbst hat in der Stadt Einzug gehalten. Meine Sprechstunden setzte ich trotzdem fort. Auch heute hatte ich vor dem Mühlenberg-Center und auf dem Antonplatz ein offenes Ohr für Fragen, Anregungen und Sorgen der Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Kiez. Bei guten Gesprächen habe ich Impulse und Wünsche für die Arbeit aufgenommen und Fragen beantwortet. Bereits am nächsten Samstag bin ich mit meiner Sprechstunde von 10 bis 12 Uhr am Arnswalder Platz zu finden.
Bereits seit mehreren Monaten ist ein großer Teil des Antonplatzes östlich der Berliner Allee von Bauzäunen umfasst. Die Möglichkeit dort nach dem Einkaufen zu verweilen ist passé und die Zäune sind großflächig mit Veranstaltungshinweisen plakatiert. Nach Regen und Wind hängen diese bald schon in Fetzen von den Gitterstäben – ein Wohlfühlort sieht anders aus.
Aber was ist eigentlich los am Antonplatz? Eine Kleine Anfrage meines BVV-Kollegen Henrik Hornecker an das Bezirksamt brachte jüngst Licht ins Dunkel. Demnach seien der Bodenbelag sowie die Sitzgelegenheiten nicht mehr intakt bzw. verkehrssicher und müssen ersetzt werden. Hierzu bereitet der Bezirk derzeit eine Ausschreibung vor und hofft, dass die Instandsetzungsarbeiten bis Ende April 2024 abgeschlossen sind.
In den vergangenen Wochen kam es vermehrt zu Äußerungen von SPD-Mitgliedern, die wir als Jusos Pankow ablehnen und die wir nicht mit Sozialdemokratie und dem guten Leben für alle verbinden.
Wir stellen uns gegen rechte Narrative, die von zu vielen Geflüchteten sprechen und Grundrechte von diesen einschränken wollen.
Der 9. November ist ein Datum, das in der deutschen Geschichte eine besondere Tragik und gleichzeitig einen bemerkenswerten Wandel verkörpert. An diesem Tag ereigneten sich drei bedeutende historische Ereignisse, die die Welt nachhaltig geprägt haben: die Novemberrevolution 1918, die Reichspogromnacht von 1938 und der Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989.
Die Reichspogrome fanden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ihren Höhepunkt, die bereits Tage zuvor begonnen hatten. Dieses finstere Kapitel der deutschen Geschichte war ein verheerender Akt des Antisemitismus und der Gewalt, der von den Nationalsozialisten inszeniert wurde. Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden in Brand gesteckt, jüdische Bürgerinnen und Bürger misshandelt und ermordet. Dieser traurige Tag markierte den Beginn einer Welle antisemitischer Verfolgungen und war ein Vorbote für die Schrecken des Holocausts, der Millionen Menschen das Leben kostete. Die Erinnerung an die Reichspogromnacht erinnert uns daran, wie schnell Vorurteile und Hass in furchtbare Taten umschlagen können und mahnt uns, die schrecklichen Konsequenzen von Diskriminierung und Rassismus niemals zu vergessen.

Jedoch ist der 9. November für uns Deutsche, und insbesondere für uns Berliner, auch mit einem hoffnungsvolleren Ereignis verbunden, das die Welt in Staunen versetzte. Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, die die Stadt in Ost und West teilte. Dieser Moment des historischen Wandels war ein Triumph der Freiheit über die Teilung und Unterdrückung. Tausende Menschen strömten zur Mauer und feierten ausgelassen, als die Grenzkontrollen aufgehoben wurden. Dieser Tag markierte den Beginn des Endes des Kalten Krieges und leitete die Wiedervereinigung Deutschlands ein. Der Fall der Mauer erinnert uns daran, dass der Mensch in der Lage ist, Barrieren zu überwinden und für Freiheit und Einheit einzustehen.
Der 9. November hat eine weitere wichtige Bedeutung in der deutschen Geschichte, die noch vor den Ereignissen von 1938 und 1989 liegt. Am 9. November 1918 wurde die Weimarer Republik ausgerufen, wodurch das Deutsche Kaiserreich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zu einem demokratischen Staat wurde. Dieser Tag markierte das Ende der monarchischen Herrschaft und den Beginn einer neuen Ära in Deutschland. So wurde im Zuge dessen auch das Wahlrecht für Frauen eingeführt, das für uns heute so selbstverständlich ist.
Der 9. November ist somit ein Tag, der die ganze Bandbreite menschlicher Erfahrungen widerspiegelt. Er erinnert uns an die Dunkelheit der Vergangenheit, an die Gräueltaten und den Schmerz, den Menschen einander zufügen können. Gleichzeitig zeigt er uns aber auch, dass selbst in den düstersten Zeiten ein Funke Hoffnung und Veränderung möglich ist. Es liegt an uns, aus der Geschichte zu lernen und sicherzustellen, dass sich die Tragik des 9. Novembers nie wiederholt und dass wir die Freiheit und das Streben nach Einheit über Hass und Spaltung stellen.