Mit 47 Nachbarinnen und Nachbarn aus meinem Wahlkreis habe ich heute meine Kiezspaziergänge fortgesetzt. Unser Ziel war heute und bereits zum zweiten Mal der jüdische Friedhof Weißensee. Zur Seite stand mir auch heute Frau Pick von Förderverein, die uns fachkundig über den flächenmäßig größten jüdischen Friedhof mit über 116.000 Gräbern führte. Seit 1880 werden hier – ohne Unterbrechungen – Bestattungen durchgeführt.
Gemeinsam haben wir heute einen Einblick erhalten, der nicht nur viele Hintergründe, sondern auch zahlreiche persönliche Geschichten und Schicksale sowie auch manche Anekdote enthielt.
Mit meinen Kiezspaziergängen geht es weiter am 2. September. Dann erwartet meine Gäste eine spannende Tour durch den Mühlenkiez und das Blumenviertel sowie der Besuch des Weingartens im Herzen Berlins.
Heute begab ich mich ein zweites Mal mit Gästen aus meinem Wahlkreis auf die Spuren jüdischen Lebens und des Widerstandskampfes im Bötzowviertel. Mit 40 Interessierten und mit fachkundiger Begleitung von Eva Nickel ging es vom Arnswalder Platz über die Hans-Otto-Straße, die Pasteurstraße und die Liselotte-Hermann-Straße zur Werneuchener Wiese.
In der Käthe-Niederkirchner-Straße (benannt nach der gleichnamigen kommunistischen Widerstandskämpferin) in der Hausnummer 23, entwickelte und vertrieb Julius Fromm ab 1916 das erste moderne Kondom. In der Hausnummer 35, dem ehemaligen „Judenhaus“, erinnert heute, eine „stumme Klingeltafel“ an die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner. (Weitere Informationen zum Projekt der Hausgemeinschaft unter: http://kaethe35.de)
Zum Abschluss des Rundgangs besuchten wir das ehemalige Wohnhaus der deutsch-israelischen Journalistin und Holocaust-Überlebenden Inge Deutschkron in der heutigen Hufelandstraße 18. Die Sozialdemokratin verstarb im vergangenen Jahr im Alter von fast 100 Jahren in Berlin.
Morgen setzte ich meine Kiezspaziergänge auf dem geschichtsträchtigen jüdischen Friedhof fort.
Groß war das Getöse der neuen konservativen Pankower Zählgemeinschaft von Bündnis90/Die Grünen, CDU und der FDP, als es nach den Wahlen im Februar 2023 um ihre Projektvereinbarung ging. Als großes Projekt wurde unter anderem dann gleich eine zweite Badestelle am Weißen See vereinbart, die es wohl zügig zu realisieren galt. Umgehend versammelten sich die neuen Partner am See zum gemeinsamen Fototermin.
Der Bezirksverordnete der SPD-Fraktion, Mike Szidat, hat dieser Tage mal ein paar Fragen zu dem Projekt gestellt. Die im Bezirk Pankow für öffentliche Ordnung und Grünanlagen zuständige Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) ließ keinen Zweifel erkennen, dass es sich bei der zweiten Badestelle um ein Projekt handele, das nur geringe Realisierungschancen habe, schon gar keine kurz- bis mittelfristigen.
So erklärt sie zum Beispiel zu Filterwirkungen und zum Reinigungsvermögen des Weißen Sees: "Dies wird durch ein langjähriges regelmäßiges Monitoring des Gewässers erfasst und dokumentiert. Ziel ist es, so wenige technische Eingriffe zur Stützung der Wasserquantität und Wasserqualität wie möglich einbringen zu müssen. Oberstes Ziel ist es weiterhin den Anforderungen der Badegewässerqualität zu genügen. Wenn dies nicht gelingt, könnte überhaupt kein weiterer Badebetrieb genehmigt werden, unabhängig an welcher Stelle."

In der Antwort der Stadträtin kommen noch weitere Aspekte des Umweltschutzes, der Sicherheit des Badebetriebes und vor allem der Finanzierbarkeit eines zweiten Badebetriebes hinzu, die dem Anschein nach von der aktuellen Zählgemeinschaft ebenso noch nicht vorgeplant wurden. Immerhin bleiben die Partner ihrem konservativen Grundsatz treu und bewahren und verändern nicht.
Eine kostengünstige Bademöglichkeit über einen Steg mit entsprechender Aufsicht wäre eine passendere Alternative und erfordert nicht so viel Aufwand für die zuständige Behörde im Bezirk Pankow. Die vom Bezirksamt Pankow beantwortete Kleine Anfrage unseres Verordneten Mike Szidat finden Sie hier (pdf-Datei öffnet auf neuer Webseite bzw. in neuem Tab).
Das Thema Sicherheit treibt natürlich auch in Weißensee viele Anwohnerinnen und Anwohner um. Einbruch, Diebstahl oder die in den Sommermonaten wiederholt angespannte Lage im Park am Weißen See sind nur einige Punkte, welche in der Nachbarschaft immer wieder diskutiert werden.
Um fundierte Informationen zur Sicherheitslage zu erhalten hatten wir den für Weißensee zuständigen Polizeiabschnitt 14 in eine Versammlung der SPD Weißensee eingeladen. Der Leiter des Polizeiabschnitts, Polizeioberrat Flentge, und seine Kollegin Polizeihauptkommissarin Kasper informierten ausführlich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe zu Kriminalität und Konflikten in Weißensee. Erfreulich zu erfahren war, dass die Delikte im Bereich der Straßenkriminalität und Einbrüche im Ortsteil Weißensee seit 2013 kontinuierlich zurückgehen. Auch die Kriminalitätssituation im Park am Weißen See scheint sich zu beruhigen – die erfassten Straftaten bewegen sich auf einem niedrigen Niveau.
Der für das nördliche Weißensee, Blankenburg und die Stadtrandsiedlung zuständige SPD-Abgeordnete und Kovorsitzende der SPD Pankow Dennis Buchner, hat anknüpfend an die Informationen und die Diskussion in der Mitgliederversammlung eine Schriftliche Anfrage an den Senat des Landes Berlin zur Entwicklung der Kriminalität in Weißensee, Blankenburg und Stadtrandsiedlung Malchow gestellt. Mitte Juli hat die Innenverwaltung ihre detaillierte Antwort vorgelegt. Die Details zum Kriminalitätsrückgang und der polizeilichen Tätigkeit vor Ort können Sie bei Interesse der Drucksache "Kriminalität in Weißensee, Blankenburg und Stadtrandsiedlung Malchow" (Drucksache 19/16180) unter diesem Link entnehmen (pdf-Dokument öffnet auf weiterer Seite bzw. Tab).
Als Berliner Abgeordneter und sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion liegt mir die Sicherheit und der Schutz unserer Naherholungsgebiete in Weißensee besonders am Herzen. Der Weiße See, als beliebtes Ziel für die Bevölkerung, spielt dabei eine bedeutende Rolle. Dennoch sehen wir uns mit einer besorgniserregenden Entwicklung konfrontiert: das illegale Baden, das zunehmend zu Badeunfällen und auch dieses Jahr wieder zu Todesfällen führte.
Die Anziehungskraft des Weißen Sees für Badegäste, insbesondere bei den aktuell hohen Temperaturen, ist verständlich. Doch wir müssen uns bewusst sein, dass die vermeintlich harmlosen Aktionen auch ernsthafte Folgen haben können. Die Sicherheit der Menschen steht hier an erster Stelle. Die unsicheren Zugänge und das Fehlen angemessener Sicherheitsvorkehrungen an inoffiziellen Badeplätzen stellen eine ernsthafte Gefahr dar. Offizielle Badestrände werden kontinuierlich überwacht und entsprechend gesichert, um mögliche Gefahrenquellen zu minimieren und im Notfall schnell Hilfe leisten zu können. Hierbei ist die Bedeutung des Vorhandenseins von Rettungsmöglichkeiten und geschultem Rettungspersonal hervorzuheben, wie sie beim Strandbad Weißensee gegeben ist.

Neben der Sicherheit sind gerade am Weißen See auch die Umweltaspekte zu beachten. Die Beeinträchtigung der sensiblen Ökosysteme durch unachtsames Verhalten ist bedauerlich und kann langfristige Schäden verursachen. Ein respektvoller Umgang mit öffentlichen Gewässern ist unerlässlich.
Als sportpolitischer Sprecher appelliere ich an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Badegäste. Indem wir die offiziellen Bademöglichkeiten nutzen, tragen wir nicht nur zur eigenen Sicherheit bei, sondern unterstützen auch den Erhalt einer intakten Umwelt. Das Bewusstsein für die Risiken illegalen Badens muss geschärft werden, um tragische Unfälle zu verhindern und den Weißen See als sicheren Ort der Erholung für alle zu bewahren. Gemeinsam können wir die Herausforderungen angehen und eine positive Entwicklung für unser Naherholungsgebiet vorantreiben.