In Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Veröffentlicht am 09.11.2020 in Abteilung

Putzaktion für Stolpersteine in Wilhelmsruh

Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus in der Form eines Erinnerungssteins an ihren ehemaligen Wohnstätten. Auch in Wilhelmsruh gibt es zwei solcher Stolpersteine, die Anna Reinicke und Ernst Rexin gedenken. Dem Aufruf der SPD Berlin folgend haben wir am Vortag anlässlich des Gedenkens an die Reichspogromnacht am 9. November die beiden Stolpersteine in unserem Abteilungsgebiet geputzt und poliert. Dazu passt auch der Todestag von Ernst Rexin, der als „Moorsoldat“ je nach Quelle am 06. oder 8. November 1943 ums Leben kam.

Ernst Rexin, geboren 1883 in Praust bei Danzig (heute Pruszcz Gdański), kam 1905 als Schlossergeselle nach Berlin. Dort wohnte er in der Prinz-Heinrich-Straße 36 – der heutigen Hielscherstraße 36 in Wilhelmsruh. Schon früh engagierte er sich in der Mieterbewegung sowie in Gewerkschaften, zunächst im Metallarbeiterverband und später in der RGO (Revolutionäre Gewerkschaftsorganisation). Darüber hinaus war er zunächst Mitglied der USPD, von 1920 bis 1934 dann der KPD. Am 10. Oktober 1936 wurde Ernst Rexin wegen seiner Unterstützung des Aufbaus einer KPD-Betriebszelle der Firma Prometheus in Reinickendorf verhaftet und zur Untersuchungshaft in das Gefängnis Berlin-Lehrter Straße gebracht. Eine Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus folgte 1937. Wo er diese Haft verbrachte und welches Schicksal ihn unmittelbar im Nachgang ereilte, ist nicht bekannt. Bestätigt ist lediglich, dass er am 08.11.1943 als „Moorsoldat“ in einem Moorlager im Emsland ums Leben kam. (Quelle: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin)

Der zweite Wilhelmsruher Stolperstein ist Anna Reinicke (geb. Föcke) gewidmet, geboren 1903. Zunächst wohnhaft in Oberschöneweide, zog ihre Familie 1921 in der Schilerstraße 13 (heute Schillerstraße 50) in Wilhelmsruh, wo sie bis 1946 wohnte. Anna Reinicke war Arbeiterin und heiratete den Dreher Richard Reinicke, der seit 1939 der „Uhrig-Organisation“ angehörte – einem Zusammenschluss verschiedener kommunistischer Widerstandsgruppen in Berliner Betrieben. 1943 wurden Anna Reinicke und ihr Mann Richard wegen der damit verbundenen Aktivitäten verhaftet. Während ihr Mann in das KZ Sachsenhausen deportiert wurde, wurde Anna Reinicke ist das Konzentrationslager Ravensbrück verbracht. Dort starb sie am 27. Januar 1945. (Quelle: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin)

 

 
 

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