"Wenn wir 90 Jahre später an den 19. Januar 1919 erinnern, würdigen wir eine historische Wahl als Meilenstein in doppelter Hinsicht: Zum ersten Mal fanden in Deutschland demokratische Wahlen statt. Erstmalig waren alle Deutschen, Frauen wie Männer gleichermaßen, zur Wahl aufgerufen." Mit diesen Worten erinnert die Bundesvoritzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), die Bundestagsabgeordnete Elke Ferner, an das historische Datum: Am 19. Januar 1919 fand die Wahl zur Weimarer Nationalversammlung statt.
Das Frauenwahlrecht sei "alles andere als selbstverständlich und hart von der SPD erkämpft", betont Ferner. Bei der Premiere 1919 nutzten 82,3 Prozent der Frauen dieses Recht, um mitzureden beim Aufbau des neuen deutschen Staates. 37 Frauen, das waren 8,7 Prozent, zogen damals als erste Abgeordnete in die Weimarer Nationalversammlung ein. Marie Juchacz, eine der 19 Abgeordneten der Mehrheitssozialdemokraten, war die erste Frau, die in dem ersten demokratisch gewählten Parlament in Deutschland eine Rede hielt.
"Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hatten sich mutige und engagierte
Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wie August Bebel oder Clara Zetkin für das Frauenstimmrecht eingesetzt. Am 12. November 1918 verkündete schließlich der Rat der Volksbeauftragten aus Mitgliedern der SPD und USPD das aktive und passive Wahlrecht", schaut Elke Ferner in die deutsche Geschichte zurück. "Im Wahljahr 2009, mit 16 Wahlen auf Landes-, Bundes- und Europaebene, müssen die Frauen ihr Wahlrecht und ihre Wählbarkeit nutzen und sich aktiv wie passiv für ihre Belange einsetzen", schlägt die SPD-Bundestagsabgeordnete den Bogen zu heute. "Eine hohe Wahlbeteiligung der Frauen ist ebenso wichtig wie eine breite Auswahl von qualifizierten Kandidatinnen, die sich zur Wahl stellen. Wir reden nicht nur über Frauenpolitik. Bei uns machen Frauen Politik", betont sie und nennt Themen: "Gleicher Lohn für gleich(wertige) Arbeit, gleiche Karrierechancen für Frauen und Männer vor allem in der privaten Wirtschaft, paritätische Besetzung von Aufsichtsgremien und partnerschaftliche Teilung von Erwerbsarbeit und Sorge für die Familie zwischen Frauen und Männern sind die Ziele für das nächste Jahrzehnt."