
VON LUCAS KOPPEHL
Spekulationen über einen Autobahnanschluss stoßen auf nachhaltigen Widerstand.

VON LUCAS KOPPEHL
Spekulationen über einen Autobahnanschluss stoßen auf nachhaltigen Widerstand.
An dieser Autobahnbrücke zwischen Karow und Buch sollte der A10-Anschluss entstehen.
Im Zuge des Ausbaus der Autobahn A10 wird seit einigen Monaten ein möglicher Anschluss an der Karower/Bucher Chaussee kontrovers diskutiert. Initiiert durch den Forschercampus Buch und unterstützt durch die CDU soll der vermeintlich unzureichend angeschlossene Berliner Norden einen weiteren Autobahnanschluss erhalten, um den Weg in die Berliner Innenstadt und das Brandenburger Umland zu verbessern. Auch die wachsende Anzahl von Unternehmen des Biotechnologiestandortes Buch hält einen Anschluss für „essenziell“.
Anwohnerbelastung enorm
Der Plan ist jedoch umstritten. Im Sommer 2010 gründete sich nach wachsendem Unmut der Anwohner eine Bürgerinitiative, die mit guten Gründen eine Autobahnauffahrt ablehnt. Insbesondere der Sinn des Anschlusses wird in Frage gestellt: „Jeden Morgen kann man beobachten, dass der Großteil der Pendler aus dem Brandenburger Umland und Nord-Pankow in die Innenstadt will, also von Nord nach Süd fährt. Die A10 ist jedoch eine Ost-West-Verbindung und hätte für den Großteil der Pendler überhaupt keinen praktischen Nutzen“, so Carsten Reichert von der Bürgerinitiative. Die bereits heute stark ausgelastete Karower / Bucher Chaussee würde als Zubringer den zusätzlichen ostwärts fahrenden Verkehr wohl kaum bewältigen können, wenn auch sie nicht ausgebaut werden würde. In jedem Fall träfen die zusätzlichen Lärm- und Abgasbelastungen die dicht besiedelten Wohngebiete in Karow, Buch sowie Blankenburg – und damit zahlreiche Anwohner. Zudem besteht für den Berliner Abschnitt seit Februar 2009 ein Planfeststellungsbeschluss, bis zu dessen Erlass Änderungswünsche hätten geäußert werden können. Die Einwohner hatten sich seit der Auslegung der Planungsunterlagen im Frühjahr 2008 rege an der Planung beteiligt und so eine durchgehende Erhöhung der Schallschutzwände auf nun 7,50 m erreicht. Mit einem Autobahnanschluss wäre mitten im Wohngebiet diese Lärmbarriere wieder unterbrochen.
SPD gegen Schnellschüsse
Größtes Manko der Diskussion ist jedoch die fehlende empirische Grundlage – eine Verkehrsuntersuchung gibt es nicht. Daher setzt sich die SPD Pankow mit den betroffenen Ortverbänden Karow-Buch und Französisch Buchholz für eine Änderung des Wahlprogrammes der Berliner SPD ein. Statt eines Autobahnanschlusses soll nun eine „optimale Verkehrsanbindung“ für Karow und Buch gefordert werden. Denn eine vorschnelle Entscheidung für die A10-Auffahrt würde mit hoher Wahrscheinlichkeit das Aus für den seit Langem geforderten Lückenschluss der Bundesstraße 2 bedeuten. Sicher ist nur, dass ein Autobahnanschluss mehr Nach- als Vorteile bedeuten würde. Für Nord-Pankow bedarf es eines gut geplanten, für Anwohner und Gewerbetreibende akzeptablen und nicht politisch motivierten Verkehrskonzeptes. Die SPD setzt sich daher für die Erstellung eines Verkehrsgutachtens ein, um eine optimale Verkehrsanbindung im hohen Norden Pankows zu gewährleisten.
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Erschienen in:
- Pankower Stimme der SPD Pankow (Frühjahr 2011)
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