Heidekrautbahn: Die Reaktivierung verzögert sich bis 2027

Veröffentlicht am 06.11.2024 in Abteilung

Die Heidekrautbahn soll die Verbindung zwischen Wilhelmsruh und Basdorf in Brandenburg wiederherstellen und den Verkehr im Pankower Norden entlasten. Doch obwohl die Züge auf der Strecke schon längst rollen sollten, ist ein Ende der Verzögerungen nicht in Sicht. Ursprünglich war geplant, ab Dezember 2024 die ersten Züge fahren zu lassen – dieses Datum ist nun vom Tisch, wie aktuellen Presseberichten in der Berliner Morgenpost und dem Tagesspiegel zu entnehmen ist. Frühestens 2026 könnte der Bau beginnen, mit der tatsächlichen Inbetriebnahme wird wohl erst gegen Ende 2027 gerechnet.

Als SPD Wilhelmsruh-Rosenthal kämpfen wir seit vielen Jahren für die Wiederinbetriebnahme der Heidekrautbahn. Die Verbindung würde nicht nur das Verkehrsaufkommen für viele Pendlerinnen und Pendler reduzieren, sondern auch einen wichtigen Schritt für mehr umweltfreundliche Mobilität in Berlin bedeuten. Es ist enttäuschend, dass dieses Projekt, das so viele Chancen bietet, immer wieder ins Stocken gerät.

Die Verzögerungen haben viele Ursachen. Hauptsächlich ziehen sich die Planungen aufgrund zusätzlicher Auflagen zum Lärmschutz und Umweltschutz hin. Das Planfeststellungsverfahren ist immer noch nicht abgeschlossen, weil nachträglich noch Lärmschutzwände in die Planung aufgenommen werden mussten. Dies ist natürlich wichtig, um die Anwohnerinnen und Anwohner vor Lärmbelästigungen zu schützen, aber die andauernden Anpassungen kosten wertvolle Zeit und sorgen für Frustration bei allen Beteiligten.

Ein kleiner Fortschritt lässt sich immerhin am Bahnhof Wilhelmsruh sehen, wo am 1. November 2024 die 2. Bauphase begonnen hat. Teil dieses Bauabschnitts werden unter anderem der Gleisbau, Entwässerungsmaßnahmen sowie die Ausstattung des Bahnsteiges mit Anzeigetafeln, Wartehäuschen, Beleuchtung und Wegeleitsystem sein. Dafür stellt das Land Berlin eine Förderung in Höhe von rund sechs Millionen Euro als Überbrückung bis zur Bewilligung der benötigten Bundesfördermittel zur Verfügung. Wir sehen den Bau als positives Zeichen dafür, dass das Projekt zwar schleppend, aber doch in Bewegung ist. Trotzdem: Für die Pendler bringt dieser Baufortschritt wenig, solange die Strecke insgesamt nicht freigegeben ist.

Wir fordern darüber hinaus gemeinsam mit unserer SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), dass die Strecke nicht in Wilhelmsruh endet, sondern bis zum S-Bahnhof Gesundbrunnen weitergeführt wird. Eine direkte Anbindung an Gesundbrunnen wäre eine große Erleichterung für den Pankower Norden, da dort zahlreiche S- und U-Bahnlinien sowie der Regionalverkehr zusammentreffen. Zuletzt hatte die CDU-geführte Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt entschieden, die Streckenführung lediglich bis nach Wilhelmsruh festzulegen.

Die Heidekrautbahn bringt viel Positives für den Pankower Norden: weniger Stau, weniger Umweltbelastung und eine moderne Verkehrsanbindung für unseren Kiez. Wir setzen uns daher weiter mit Nachdruck für ihre Reaktivierung ein.

 

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