Stolpersteine putzen am 8. Mai

Veröffentlicht am 09.05.2017 in Geschichte
 

Anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus putzte die Abteilung 15 am 8. Mai Stolpersteine in Prenzlauer Berg.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. Damit die Schicksale der Opfer der Nazidiktatur nicht in Vergessenheit geraten und sichtbar bleiben, putzten wir unter anderem die Stolpersteine von Fanny Getzow und Hedwig Hartung. Mitgeputzt haben Birte Darkow, Christian Meiners und Klaus Mindrup.

Wir erinnerten an:

Hedwig Hartung (1914–1945)

Hedwig Hartung wurde am 12. Januar 1914 in Berlin geboren. Sie arbeitete als Sprechstundenhelferin und Stenotypistin. Zusammen mit ihrem Bruder Hugo wohnte sie in der Chodowieckistraße 28 bevor sie hier her zog. Sie war Mitglied in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) und später der SPD.

1935 wurde sie wegen ihrer Mitgliedschaft in der marxistischen Widerstandsorganisation „Miles-Gruppe“ festgenommen. Im Verfahren wurde sie freigesprochen.

Wahrscheinlich ab 1938 arbeitete sie in der Abteilung Wehrmachtpropaganda beim Oberkommando der Wehrmacht (OKW). Dort lernte sie den Unteroffizier Heinrich Werner kennen. Sie begleitete ihn zu seinen politischen Treffen mit Erwin Freyer und der Bewegung „Nationalkomitee Freies Deutschland“.

Als Begleitung zu einem dieser Treffen beobachtete sie am 8. Juli 1944 Heinrich Werners Verhaftung. Sie wurde am 15. Juli 1944 verhaftet und zur Untersuchungshaft nach Moabit gebracht. Im Prozess um Heinrich Werner vor dem Volksgerichtshof wurde sie am 18. September 1944 aus Mangel an Beweisen frei gesprochen.

Sie starb im Januar 1945, kurz nach der Hinrichtung von Heinrich Werner an „Herzversagen“. Wahrscheinlicher ist jedoch ein Selbstmord oder ihr Tod durch die Haftfolgen.

Fanny Getzow (1898–1941)

Fanny Gatzow wurde am 16. Dezember 1898 in Minsk geboren. Sie war Arbeiterin und Jüdin. Sie wurde am 27. November 1941 mit dem siebenten Berliner Transport von Berlin nach Riga deportiert. Dort kam sie am bereits am 30. November 1941 ums Leben. Die zentrale Datenbank von Yad Vashem gibt als Todesort Kaunas in Litauen an.

 

 

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